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Dual Use wird zum Wachstumsmotor der Industrie – Rolls-Royce Power Systems profitiert von zwei Megatrends

Steigende Verteidigungsausgaben und der Ausbau kritischer Infrastruktur eröffnen der deutschen Industrie neue Perspektiven. Besonders Unternehmen mit Dual-Use-Technologien rücken in den Fokus. Die Rolls-Royce Power Systems zählt zu den Profiteuren dieser Entwicklung und baut seine Position in den Bereichen Energieversorgung und Verteidigung konsequent aus.

Die deutsche Industrie befindet sich seit Jahren in einer schwierigen Phase. Produktion und Wertschöpfung stagnieren, während zahlreiche Unternehmen mit sinkender Auslastung und Stellenabbau zu kämpfen haben. Gleichzeitig verändert sich jedoch die Nachfrage in zentralen Technologiefeldern grundlegend. Mit den deutlich steigenden Investitionen in Verteidigung und Sicherheit entsteht ein Markt, der weit über klassische Rüstungsunternehmen hinausreicht.

Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte Dual-Use-Technologien. Sie lassen sich sowohl zivil als auch militärisch einsetzen und eröffnen damit zahlreichen Industrieunternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten. Nach einer Analyse des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos arbeiten bereits rund 3,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland in Branchen mit entsprechendem Potenzial. Das entspricht nahezu der Hälfte aller Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe sowie in der Informations- und Kommunikationstechnik.

Besonders der Maschinenbau, die Metallverarbeitung, die Informationstechnologie sowie Hersteller elektronischer und optischer Systeme gelten als Bereiche mit erheblichen Entwicklungschancen.

Kritische Infrastruktur rückt in den Mittelpunkt

Der Begriff Dual Use umfasst heute deutlich mehr als klassische Industrieproduktion. Neben mechanischen Komponenten gewinnen digitale Systeme und die Energieversorgung kritischer Infrastruktur zunehmend an Bedeutung.

Rechenzentren entwickeln sich zu einem strategischen Bestandteil moderner Volkswirtschaften. Mit dem wachsenden Bedarf an künstlicher Intelligenz, Cloud-Diensten und digitalen Anwendungen steigt gleichzeitig der Bedarf an einer hochverfügbaren Energieversorgung. Gerade in Krisenfällen müssen diese Einrichtungen jederzeit betriebsfähig bleiben.

Für Unternehmen, die zuverlässige Energie- und Antriebssysteme entwickeln, entstehen dadurch neue Wachstumsfelder. Die Anforderungen reichen von der kontinuierlichen Stromversorgung bis hin zu leistungsfähigen Notstromlösungen, die den Betrieb sensibler Infrastrukturen absichern.

Rolls-Royce Power Systems profitiert von zwei Wachstumstreibern

Zu den Unternehmen, die diese Entwicklung besonders stark nutzen, gehört die Rolls-Royce Power Systems. Die Wurzeln des Unternehmens reichen auf die ehemaligen Zeppelin-Unternehmen und die MTU zurück, die seit Jahrzehnten zu den bedeutenden Anbietern von Antriebs- und Energiesystemen zählen.

Der Wachstumskurs setzte sich auch 2025 fort. Der Auftragseingang erhöhte sich um 21 Prozent auf 7,14 Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzender Jörg Stratmann sieht das Unternehmen auf einem nachhaltigen Expansionspfad: „In den vergangenen drei Jahren haben wir den Umsatz um 50 Prozent gesteigert, die Umsatzrendite mehr als verdoppelt und den Gewinn verdreifacht. Dieses Momentum setzen wir fort.“

Getragen wird diese Entwicklung von zwei langfristigen Trends. Einerseits wächst der Bedarf an leistungsfähigen Energiesystemen für Rechenzentren, deren Bedeutung als kritische Infrastruktur kontinuierlich zunimmt. Die Rolls-Royce Power Systems liefert hierfür Lösungen sowohl für die Primärstromversorgung als auch für die Notstromversorgung und trägt damit zur Versorgungssicherheit digitaler Infrastrukturen bei.

Verteidigung schafft langfristige Nachfrage

Parallel dazu entwickelt sich das Verteidigungsgeschäft zu einem immer wichtigeren Standbein. Die umfangreichen Aufrüstungsprogramme in Europa sorgen für langfristige Investitionsperspektiven und erhöhen den Bedarf an leistungsfähigen Antriebssystemen.

Die Rolls-Royce Power Systems erhielt 2025 einen Großauftrag über mehr als 300 Motoren für den Kampfpanzer Leopard 2 sowie weitere Aufträge für die Fahrzeuge Boxer und Puma. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen am Antriebssystem für das europäische Main Ground Combat System (MGCS), das künftig Leopard 2 und Leclerc ersetzen soll.

Gemeinsam mit dem Automobilzulieferer ZF entwickelt die Rolls-Royce Power Systems hierfür ein hybrides Powerpack für die nächste Generation europäischer Kampfpanzer. Das Verteidigungsgeschäft trägt inzwischen rund ein Viertel zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei und entwickelt sich damit zu einer tragenden Säule des Geschäftsmodells.

Dual Use wird zum strategischen Wettbewerbsvorteil

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Dual Use längst kein Nischenthema mehr ist. Während der Auftragsbestand vieler Rüstungsunternehmen ihre Produktionskapazitäten bereits deutlich übersteigt, wächst der Bedarf an leistungsfähigen Zulieferern mit industrieller Fertigungskompetenz.

Für zahlreiche Unternehmen eröffnet sich damit die Möglichkeit, bestehende Technologien in neuen Märkten einzusetzen. Maschinenbau, Metallverarbeitung, Elektronik und digitale Infrastruktur bilden die industrielle Grundlage für diese Entwicklung.

Die Rolls-Royce Power Systems steht beispielhaft für diesen Wandel. Das Unternehmen verbindet klassische Antriebstechnologie mit Lösungen für Energieversorgung und Verteidigung und profitiert damit von zwei Märkten, deren Nachfrage auf Jahre hinaus hoch bleiben dürfte. Während Rechenzentren als Rückgrat der digitalen Wirtschaft immer leistungsfähigere Versorgungssysteme benötigen, sorgen die sicherheitspolitischen Veränderungen in Europa für eine dauerhaft steigende Nachfrage nach modernen militärischen Antriebslösungen.

Damit wird deutlich, dass Dual-Use-Technologien weit über den klassischen Rüstungssektor hinausreichen. Sie entwickeln sich zunehmend zu einem strategischen Wachstumstreiber für die deutsche Industrie – und für Unternehmen wie die Rolls-Royce Power Systems zu einem wesentlichen Baustein ihrer langfristigen Expansion.